Am Freitag (17.4.2026) wurde die Studie „Lust auf Ehrenamt wecken“ veröffentlicht. Mit einer groß angelegten quantitativen Befragung, ausgewählten Fokusinterviews und Erfahrungen aus der Praxis hat die Jugendstiftung die Situation des ehrenamtlichen Engagements junger Menschen im Alter von 15 bis über 19 Jahren im Ländlichen Raum Baden-Württembergs beleuchtet. Im Fokus standen die Gruppe der noch nicht engagierten Jugendlichen und die beiden Fragen, welche Hinderungsgründe einem Engagement entgegenstehen und was Motivationsfaktoren sein könnten. Die Studie wurde durchgeführt im Auftrag des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum mit Mitteln des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Von März bis Juni 2025 wurden insgesamt 1.936 junge Menschen im Alter von 15 bis 19 Jahren im Ländlichen Raum mittels eines Online-Fragebogens befragt. Teilgenommen haben junge Menschen von Gemeinschafts- und Realschulen, allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien sowie von Berufskollegs an Berufsschulen. Die Befragung bestätigt erneut das hohe Engagement der jungen Menschen im Ländlichen Raum: 37 Prozent haben angegeben, sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit zu engagieren. 63 Prozent sind bislang nicht ehrenamtlich aktiv.

Vorgelebtes Engagement überzeugt
Der entscheidende Faktor für den Einstieg in ein Ehrenamt ist das soziale Umfeld. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen findet den Weg zum Ehrenamt über die eigene Familie oder den Freundeskreis, wohingegen soziale Medien nur eine geringe Rolle spielen. „Wenn Eltern, Geschwister oder Freunde Engagement vorleben, steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst aktiv zu werden. Zugleich zeigt die Studie, dass viele, die aktuell noch nicht aktiv sind, einem Ehrenamt generell aufgeschlossen gegenüberstehen. Hier schlummert zusätzliches Potenzial, das mit passgenauen Ansätzen geweckt werden kann“, sagte Minister Peter Hauk MdL.

Als größte Herausforderungen für die Aktiven kristallisieren sich die hohe zeitliche Belastung durch Schule und Freizeit sowie die wahrgenommene Generationenkluft zu älteren Ehrenamtlichen heraus. Eine weitere Hürde für die langfristige Bindung an lokale Strukturen ist die hohe Mobilität nach dem Schulabschluss, da fast die Hälfte der Befragten plant, die Heimat für Ausbildung oder Studium zu verlassen. Gleichzeitig zeigt die Studie ein großes ungenutztes Potenzial auf: Über ein Drittel der Nicht-Engagierten steht einem Ehrenamt generell aufgeschlossen gegenüber und kann sich vorstellen, sich künftig zu engagieren.

Der Schule kommt die Rolle als Türöffner zu

Jugendliche wünschen sich mehr Informationen zum Ehrenamt vor allem über die eigene Schule, Social Media und öffentliche Aushänge in der Heimatkommune. Hier sind kreative Formate gefragt. Das gilt genauso für Strukturen im Ehrenamt, die sich an die knappen Zeitbudgets der Jugendlichen und Interessen anpassen müssen, um zukunftsfähig zu bleiben.

Die Studie steht im Online-Shop der Jugendstiftung zum kostenlosen Download bereit.